Die Blutbildung
Ein dynamisches Gleichgewicht
Blutzellen haben nur eine beschränkte Lebensdauer. Sie müssen ständig neu gebildet werden, damit immer genügend funktionsfähige Zellen vorhanden sind. Sie alle entstehen aus Stammzellen, die sich im Knochenmark befinden. Beim Embryo erfolgt die Blutbildung hauptsächlich in Milz und Leber, beim Erwachsenen verlagert sie sich ins Knochenmark. Stammzellen sind besondere, noch nicht ausdifferenzierte Zellen. Sie können sich entweder zu unterschiedlichen Zelltypen entwickeln oder sich durch Zellteilung vermehren. Das Knochenmark speichert davon einen Vorrat.
So verfügt es jederzeit über genügend Ausgangsmaterial, um daraus die unterschiedlichen Zellen des Blutes zu produzieren. Die Bildung des Blutes wird genau geregelt. Ein reibungsloser Stoffwechsel funktioniert nur, wenn zu jedem Zeitpunkt die richtige Anzahl eines jeden Zelltyps im Blut vorhanden ist. Die Steuerung der Blutbildung erfolgt durch Wachstumsfaktoren. Im Falle der Erythrozyten zählt dazu beispielsweise das Erythropoetin, im Falle der Leukozyten der granulozytenkolonien-stimulierende Faktor (G-CSF). Nach ihrer Differenzierung im Knochenmark werden die neugebildeten Blutzellen in das Blut ausgeschwemmt. Alte, funktionsuntüchtig gewordene Blutzellen werden in Leber und Milz abgebaut.
Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Laborwerte im Überblick, die Patienten mit myelodysplastischen Syndromen kennen sollten.


