Klassifikation der MDS
Wie werden die myelodysplastischen Syndrome eingeteilt?
Die myelodysplastischen Syndrome werden unter dem Mikroskop nach dem Erscheinungsbild der Blutzellen eingeteilt. Man unterscheidet dabei fünf Typen nach Art und Anteil an unreifen Blutzellen im Blut selbst und im Knochenmark.
Normalerweise sind weniger als zwei, maximal fünf Prozent der Zellen im Knochenmark Zellen, die noch nicht fertig ausgereift sind. Diese nennt man Blasten. Beim Überschreiten des Blastenanteils von 20 Prozent im Knochenmark oder auch im periphären Blut spricht man von einem Übergang in eine akute Leukämie. Leukämie ist aus dem Griechischen abgeleitet und bedeutet »weißes Blut«. Bei Leukämie-Patienten sieht man dieses »weiße Blut« im Labortest deutlich: Wenn ein Röhrchen mit Blut länger stehenbleibt, sondert sich deutlich eine weiße Schicht von Blutzellen ab, die zur Namensgebung der Leukämie führte.
Bei ca. einem Viertel der Patienten mit einem myelodysplastischen Syndrom tritt zu einem späteren Zeitpunkt eine akute myeloische Leukämie auf (AML). Die wirksamste Behandlung hierfür ist eine Chemotherapie, deren Art und Zusammensetzung jedoch vom individuellen Gesundheitszustand des Patienten abhängt.
Aufgrund fehlender Zellreifung gehen die MDS meist mit schweren Anämien einher. Diejenigen Syndrome, die die roten Blutzellen betreffen, sind refraktäre Anämien, refraktäre Anämien mit Ringsideroblasten und refraktäre Anämien mit Blastenüberschuss.
Ringsideroblasten sind rote Blutzellen, bei denen das Spurenelement Eisen (gr.: ho sideros) nicht richtig in das Hämoglobin eingebaut ist. Es lagert sich stattdessen ringförmig um den Zellkern ab, was im Mikroskop sichtbar ist. Dies führt zu einer Fehlfunktion. Zu wenig rote Blutzellen bedingen eine Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff und damit verminderte Leistungsfähigkeit und andauernde Müdigkeit. Durch Blutersatz, d. h. häufige Bluttransfusionen, können diese Symptome meist gemildert, jedoch nicht kuriert werden.




